Existenzunterstützende Angebote

Kirche und Caritas, engagierte Christen und Initiativen sehen sich in der Verantwortung für Menschen, die in existenzielle Not geraten sind. Sie engagieren sich beim Aufbau und beim regelmäßigen Betrieb existenzunterstützender Angebote. Diese Angebote boomen, weil immer mehr Menschen von Armut betroffen sind und weil die staatlichen Hilfeleistungen nach den Sozialgesetzbüchern (SGB II und SGB XII) den monatlichen Bedarf, insbesondere wegen des enormen Anstiegs der Lebenshaltungskosten, nicht mehr decken.

 

Alle Armutsuntersuchungen, wie auch zuletzt der Landessozialbericht NRW 2007 sowie der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, belegen seit Jahren, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft.

Warum helfen wir?

Diese Hilfen sind notwendig weil die Bedürftigen auf sie angewiesen sind - und bleiben Almosen. Auf sie angewiesen zu sein, ist zu wenig, um ein Leben in Würde zu führen. Zu einem menschenwürdigen Leben gehören auch die angemessene Versorgung in zentralen Lebensbereichen wie Wohnung, Gesundheit, Bildung, Transport und Kommunikationsmöglichkeiten sowie soziale Sicherheit und Rechtsschutz.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Sozialgesetzgebung im SGB II konzentriert sich seit den durchgreifenden Arbeitsmarktreformen ab dem 1. Januar 2005 völlig auf die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt. Das Recht auf Teilhabe für Menschen auch am sozialen und kulturellen Leben in der Gesellschaft wird ignoriert. Struktur und Höhe der Regelleistungen zeigen dies eindrucksvoll auf.


Die Bewertung von existenzunterstützenden Angeboten ist bislang in der Rechtsprechung und Verwaltungspraxis zum SGB II noch in weiten Teilen ungeklärt. Dabei geht es inbesondere um die Frage, ob und in welchem Umfang solche Leistungen als zusätzliches Einkommen zu berücksichtigen sind.